Prägungen sind tief verankerte emotionale Erfahrungen. Gerade weil sie so tief verankert sind, können sie für unser Alltagsbewusstsein nur selten als solche erkannt werden. Damit bleiben sie oft außerhalb unserer bewussten Steuerung. Denn was nicht als Prägung wahrnehmbar wird, kann es auch nicht einfach neu entschieden oder verändert werden.
Unterbewusste Programme tragen übrigens auch dazu bei, wie wir von anderen Menschen wahrgenommen werden. Wenn alte (Schutz-)Programme aktiv sind, kann unsere unbewusste Botschaft bedeutend
von dem abweichen, was wir bewusst ausdrücken wollen.
Wenn uns Muster bewusst werden, bedeutet das noch nicht automatisch Veränderung.
Unser Nervensystem reagiert sehr sensibel auf innere Prozesse. Wenn wir beginnen, alte Muster zu verändern, kann das System schnell in Überforderung geraten. Häufig treten sogar gerade jene Schutzreaktionen wieder in Kraft, die wir doch eigentlich verändern wollen.
Denn Veränderung ist nicht nur eine Frage des Verstehens, sondern auch eine Frage der aktuellen inneren Kapazität. Oft sind es gerade nicht die großen Schritte, die hilfreich sind, sondern kleine, gut dosierte Erfahrungen von Sicherheit, Orientierung und Selbstwahrnehmung.
Unsere Nervensysteme lernen nicht durch Druck, sondern durch Erfahrung. Entscheidend ist nicht die Größe des Schrittes, sondern ob er innerlich gut gehalten werden kann.
Das Nervensystem reagiert auf Veränderungen. Warum diese Ebene so sensibel reagiert, zeigt ein Blick auf die Entstehung von Prägungen und darauf, wie sie unser Leben mitgestalten.